Erfolgreiches Fundraising: Adventskalender mit Gewinnmöglichkeit

Mit einem Adventskalender Gelder für Frauen und Familien organisieren und die Öffentlichkeitsarbeit der eigenen Organisation nach vorne bringen? Geht! Ein Beispiel:

Türchen für Türchen ein Gewinn

Fundraising mit dem SkF-Adventskalender – Ein Werkstattbericht

Mit einem Adventskalender Gelder für Frauen und Familien organisieren und die Öffentlichkeitsarbeit der eigenen Organisation nach vorne bringen? Geht! Ein Beispiel:

Einfach Idee – große Wirkung

Es geht eigentlich ganz einfach: Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Augsburg verkauft 4.000 Adventskalender zu fünf Euro das Stück. Jeder Kalender hat eine eigene Nummer, über die er an einer Verlosung teilnimmt. Zu gewinnen gibt es über 150 Preise im Wert von über 5.500 Euro – von Gutscheinen für den örtlichen Bäcker oder Restaurants über Eintrittskarten zu Theater, Zoo oder Eishockey-Spielen bis zu Designteppichen, Silberschmuck oder einem Wellness-Wochenende für zwei Personen!

Was dahinter steckt

Wie immer bei Fundraising: Zunächst ist einiges an Vorarbeit zu leisten. Die Preise müssen eingeworben, die Gestaltung des Kalenders organisiert (u.a. Motive, Graphik, Druck, …) und der Vertrieb auf die Beine gestellt werden. Es ist sehr zu empfehlen, gut vernetzte Menschen einzubinden, die z.B. bei der Akquise der Preise aber auch im Verkauf helfen. Aufgrund der Zeitläufe für die Produktion sollten die Preise bis Ende August organisiert werden (und fragen Sie mal Leute bei 37°, ob sie etwas für einen Adventskalender spenden wollen…). Aufgrund der aufwendigen Arbeiten in der Produktion ist mit einer Herstellungszeit in der Druckerei von 4 Wochen zu rechnen. Auch für die Gestaltung sind einige Wochen (inkl. internen Abstimmungsprozessen) einzuplanen. Der Verkauf ist dann möglich ab Anfang November. Wichtig ist, für die Ziehung einen Notar einzubinden und Doppellosnummern vorzubereiten, da die Nummern der nicht verkauften Kalender aussortiert werden.

Ab dem 01. Dezember werden täglich die Nummern bekannt gegeben, die gewonnen haben. Der SkF Augsburg hat dafür einen extra Zugang zur Homepage eingerichtet: www.skf-adventskalender.de. Und er bietet jeden Tag noch Informationen, in welchen Feldern der SkF tätig ist.

Und wer gewinnt dabei?

Klar, es gewinnen diejenigen, die die richtigen Nummern in ihrem Kalender haben. Und es gewinnt der Verband an jedem Kalender, der verkauft werden kann. Bei einem Verkaufspreis von 5,00 Euro und einer Auflage von 4.000 Stück können das bis zu 10.000 Euro sein (abzüglich Kosten für Druck, Graphik, Werbung, Vertrieb, Organisation, …)

Nicht zu unterschätzen ist aber der werbliche Effekt. In der Bewerbung des Produkts Adventskalender kommen viele Gespräche auf, nach der Arbeit und den Angeboten und dem Hintergrund des Verbands. Der SkF Augsburg nahm die Aktion zum Anlass, eine Anzeige in einer Wochenzeitung zu schalten und einen Film beim regionalen TV-Sender zu beauftragen, in dem das Angebot des Verbands dargestellt wird und erst zum Schluss Reklame für den Kalender gemacht wird.

Und der gemeinsame Verkauf stärkt auch die Identifikation mit dem Verband. Wer sich irgendwo hinstellt, um Kalender an den Mann und die Frau zu bringen, zeigt auch eine große Verbundenheit und alle freuen sich über jede Bestellung, die eingeht und alle verkauften Pakete. Und als punktuelle Aktion mit überschaubaren und klar abgrenzbaren Aufgaben eignet sich das Modul Adventskalender auch als Einsatzfeld für freiwillig Engagierte.

Auch die Firmen bringen sich in der Regel gerne ein, indem sie Preise stiften. Sie bekommen eine Spendenbescheinigung und werden als Sponsor genannt. Da die Firmen oft Gutscheine verlosen, kommen die Gewinnerinnen und Gewinner sogar meist in den Laden.

Und so kann ein Verband wie der SkF auch neue Partner/-innen aus der Wirtshaft oder dem Einzelhandel gewinnen, die durch eine Gewinnspende einen Bezug zum Verband bekommen.

Und, wo ist der Haken?

Es gibt nur einen Nachteil bei der Aktion: Der extrem kurze Verkaufszeitraum. Im Oktober braucht man noch niemand mit Adventskalender kommen und Ende November müssen die nicht verkauften Exemplare schon wieder eingesammelt werden. Das heißt, dass man hier schnell sein und gleich zu Beginn eine möglichst breite Verbreitung finden muss. Der SkF Augsburg hat dies so gelöst, dass er seinen Herbstempfang an den Beginn des Verkaufszeitraums gelegt hat. So konnten schon viele potentielle Kundinnen und Kunden gefunden werden.

Und jetzt?

Alle, die aus Augsburg sind: Kauft euch das Ding! Und alle anderen: Wer die sich den logistischen Aufwand zutraut, kann sich dran wagen. Der Aufwand ist allerdings nicht zu unterschätzen.

 

Disclaimer:
Den Adventskalender des SkF Augsburg habe ich mitentwickelt und habe ihn jetzt zum zweiten Mal organisiert. Geklaut ist die Idee allerdings von der Kinderstiftung Bodensee, die den Kalender schon einige Male mit großem Erfolg auf den Markt gebracht hat (www.kinderstiftung-bodensee.de).

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Jochen Mack
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